Sonst habe ich mir ein Mikrofon gekauft. In Heubach hatte ich im Proberaum mal wieder gesungen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, daß ich diese Anschaffung vertreten konnte. Mein erstes Video mit Musik will ich euch hier vorstellen. Es ist zwar nicht gesungen, aber eine Verarbeitung meiner letzten Krise. Das Video zeigt die Psychatrie von innen und die Wege die ich dort zurücklegte. Nebenbei sind auch ein paar Bilder aus ganz alten Zeiten dort ausgestellt, die mich immer noch beschäftigen.
Ich muß sie mal besser fotografieren. Aber die Fotos können die Gehetztheit in der Psychose so besser darstellen. Das letzte mal ist ja alles wieder über mich gekommen. Ich kann mich jetzt besser an die Vergangheit erinnern. Diese schrecklichen Bilder meiner Pubertät. Das zweite Video was ich hier poste ist ein Heilungsversuch den ich in der Klinik unternommen habe . Es hat den gleichen Beat aber einen anderen Sprechgesang. Es ist diesmal ein Selbstporträt aus Bildern von mir die mich in der Verlorenheit meiner Seele zeigen. Diese Grimassen sind Ausdruck meiner selbst und zeigen einen Ausnahmezustand.
Ich bin dann total in mich selbst versunken und kommuniziere mit den Geistern die mich verfolgen. Dabei hilft mir Schamarinena meine geistige Begleiterin mich von sodoome zu lösen, um über sebes, zu sehes, zu sehs, also Sebastian Ernst Horst Schöppe zu kommen, damit ich das schöppchen in mir finde mit dem ich mich am wohlsten fühle.
Naja das war alles Anfang des Jahres. Ich hab den ganzen Sommer gebraucht um wieder zu mir selbst, also dem schöppchen zu finden. Das Frühjahr war angefüllt mit Deppressionen und Selbstzweifeln. Es war gut nach Berlin zu fahren. Dort habe ich seit langem mal wieder getanzt, mich gut unterhalten und einige Dinge für mich geklärt. In Leipzig beim Loop-Art-Festival habe ich neue Musik kennengelernt, welche mich total fasziniert hat. So etwas will ich auch können. Deshalb will ich auch wieder mit dem Singen anfangen. In meiner Psychose konnte ich total gut aus mir heraus singen. Die Akustik im Krankenhaus ist wirklich spitze. Im Thüringer Wald war das nicht so einfach. Ich konnte zwar singen und texten gleichzeitig, aber es fehlte das zwanglose. In Heubach war es wirklich schön, der Wald und die körperliche Arbeit haben mir sehr gut getan. Auch die zwei Festivals in Waffenrod waren wirklich toll. Ich hatte ja beim Woodstock forever das Festival gefilmt. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war eine dankbare Aufgabe, die mich erfüllt hat. Ich hätte nicht gedacht das ich auf soviel nette Leute dort treffen würde. Ich konnte gut auf sie zugehen, weil ich einen Auftrag hatte, war offen und gesprächsfähig. Das vergesse ich in meiner Einsiedelei hier in Jena oft, daß ich das kann und brauche.
Gestern war ich auf einer Lesung von Gerd Scobel. Er hat sein neues Buch vorgestellt. Es beschäftigt sich mit dem Denken. Dabei hat er eine sehr einfache Frage gestelt: Wo denkt man? Seine These lautete nicht im Kopf denkt man, sondern im Zusammenhang mit einem Medium. Ich habe festgestellt das im Denken immer Bezug auf etwas nehme. Dabei kommt es darauf an was ich denke. Ich liebe den Auspruch: Ich denke also bin ich. Aufgrund meiner besonderen Erfahrung, wenn ich an Denkstörungen und Ichverlust leide, habe ich eine sehr innere Beziehung zum Denken. Mein Mantra lautet dann immer wieder: Ich bin ich, weil ich denke. Gut geht es mir wenn meine Gedanken fließen. Doch es kommt auf den Fluß an. Ist er steinig und voller Felsen, sein Verlauf gischtig, kurvig und verwoben, seine Ufer hart und kantig, dann werden auch meine Gedanken verworren. Ich verliere mein Ich und werde von den Wellen verschluckt. Dann geht es mir schlecht. Mein Leben ist wie dieser wilde Fluß. Nicht geradlinig sondern voller Klippen. Klippen die zu Bergen erwachsen, die ich überwinden will. Deshalb stürmt mein Wasser, also mein ich, immer wieder an die Felsen an und ich muss heraus aus dem Wasser in ruhigere Gefilde, ans Meer wo die Wellen auf mich zukommen und ich ihnen ausweichen kann. Denn es ist der Rythmus der Meereswellen der mich zum singen und träumen bringt. Ich hatte mal einen Sommer wo ich nur für die Sonnne und das Meer da war. Wo der Rythmus von Tag und Nacht mich zu mir selbst gebracht hat. Da hatte ich meine erste Psychose, aber es ging, ich hatte keine Verplichtungen. Nur die Sorge um Wasser. Also holte ich Wasser am Leuchtturm. Ich wurde zu meinem eigenem Wasserträger. Abends machte ich Feuer, wenn das Feuer der Sonne erlosch. Nur ich nackt und das Meer. Jeden Tag ist Sonnenuntergang und das fortlaufende Rauschen des Meeres. Ich war glücklich und zufrieden.
Dort habe ich das erste mal gedacht und es begann mein philosophisches Ich zu erscheinen. Nun Jahre später weiß ich soviel und doch nicht alles. Aber die Liebe zur Weißheit ist mir geblieben. Genauso ist es mit dem Denken: man muss es lieben zu denken.
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